Unterschenkelprothese

Gut versorgt.


Eine Amputation bedeutet für Betroffene und Angehörige einen tiefen Einschnitt in die persönliche Lebenssituation. Für jeden Amputierten stellt sich die Frage, wie unabhängig und selbstständig er seine Lebensbereiche weiterhin gestalten kann. Für das richtige System und die bestmögliche Lösung steht bei uns eine ausführlichen Anamnese, also eine eingehende Untersuchung klinischer Aspekte aber auch der allgemeinen Lebensumstände im privaten und beruflichen Alltag, an wichtiger Stelle. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrungen ist es uns möglich, traditionelle Techniken und Materialien mit der der Modernen individuell für Sie zu kombinieren, um in jedem Einzelfall für Sie die richtige Prothese herzustellen.

Unser Team aus Orthopädie-Techniker und Orthopädietechnikermeister helfen Ihnen gerne.

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Unterschenkelamputation (transtibiale Amputation)

 

Bei der Unterschenkelamputation werden Schien- und Wadenbeinknochen durchtrennt. 

 

Für die prothetische Versorgung werden ein Prothesenfuß sowie Adapter und Verbindungselemente zum Prothesenschaft benötigt.

Die Schaftsysteme

Soft-Socket Systeme

Durch den Soft-Socket (Weichwandschaft) ist ein Formausgleich und die Reduzierung von Druckspitzen am Stumpf durch individuelle Fertigung möglich. Die Fassung wird oberhalb der breiteren Femurkondylen mittels einer Art Verklammerung, die den Stumpf im Schaft hält, erreicht. Der Softsocket wird i.d.R. aus einem geschlossenzelligem Polstermaterial individuell nach einem Gipsabdruck oder 3D Scan angefertigt. Der Weichwandschaft ist durch die Beschaffenheit besonders geeignet für folgende Stumpf-Problematiken:

  • Birnenförmiger Stumpf
  • Knöchernde Prominenzen
  • Zylindrisches Stumpfende
  • Volumenschwankungen

 

Linersysteme mit distaler Anbindung

Bei der Wahl eines Linersystems müssen eventuelle Kontraindikationen des Stumpfes beachtet werden. Folgende Aspekte sind Ausschlusskriterien für einen Liner mit distaler Anbindung:

  • Knöchernes Stumpfende
  • Überlänge der Fibula
  • Fehlender Stumpfendkontakt/-belastbarkeit
  • Lockeres Bindegewebe
  • Neurome im Stumpfendbereich
  • Hautnekrosen
  • Nicht verheilte Amputationswunde

Ein großer Vorteil der distalen Anbindung ist die einfache Bedienung des Systems für den Anwender. Nach dem Einführen des Stumpfes in den Schaft „zieht“ sich der Pin bis zum vollständigen Endkontakt nach unten.

Schaftsystem mit Oberhülse

Auch heute noch können in besonderen Fällen oder bei besonderen Anforderungen Prothesen mit einer  sogenannten Oberhülse sinnvoll und zielführend sein. Beispielsweise wenn durch eine Knieinstabilität oder Bewegungseinschränkung eine externe Lösung über sogenannte Schienengelenke und eine Einbeziehung des Oberschenkels, vergleichbar mit einer Knieorthese, erforderlich machen. Aber auch bei schwierige Stumpfverhältnisse wie z.B. bei einem sehr kurzen Stumpf oder schmerzen im Bereich des Stumpfendes indizieren noch immer eine Prothesen Versorgung mit Oberhülse.

Vorteile auf einem Blick:

  • Stabilisierung des Kniegelenks
  • Lastaufnahme über den Oberschaft
  • Entlastung des Stumpfendes möglich
  • Adaptierbare Version ist möglich

Unterdrucksysteme

Der Unterdruck bei diesem Schaftsystemen wird mittels Vakuumtechnik auf unterschiedliche Wege erzeugt. Hierzu gibt es entsprechende Passteile die entweder "aktiv" oder "passiv" ein Vakuum im Schaft erzeugen.

Aktives Unterdrucksystem:

Der erhöhte Unterdruck wird entweder durch eine mechanische oder einer elektrischen Pumpe erzeugt.

+ Mechanische Pumpe: Bei dieser Variante wir mittels eines weiterem Passteils (z.B. Harmony P3 - Ottobock) oder einer intrigierten Pumpe am Prothesenfuß (z.B. EchelonVAC - Blatchford) ein Vakuum erzeugt.

+ Elektrisch Pumpe: Hierbei wird der erhöhte Unterdruck durch eine elektrische Pumpe (z.B. Harmony E2 - Ottobock) erzeugt.

Passives Unterdrucksystem:

Passives Unterdrucksystem werden Systeme bezeichnet, bei denen nur in der Schwungphase Unterdruck anliegt.

Durch ein distal am Schaft angebrachtes Ausstoßventil (z.B. duoVALVE US - Guenther Bionics) wird das Vakuum erzeugt.

Vorteile der Vakuumtechnik

  • Geringere Zugbelastung auf der Haut
  • Weniger Längshub
  • Weniger Stumpf-Schaft-Pseudarthrose
  • Verbesserte Prothesenkontrolle
  • Erhöhte Tragedauer
  • Konstanteres Stumpfvolumen

Nachteile der Vakuumtechnik

  • Nicht geeignet Stumpfatrophie oder Volumenschwankungen
  • Daher auch nicht für eine Erstversorgung geeignet
  • Je nach Art ist eine Kniekappe notwendig →Bewegungseinschränkung

Linersysteme mit Kniekappen

Linersysteme mit Kniekappe und passivem oder aktivem Unterdruck ermöglichen zwischen Stumpf und Schaft die wirkungsvollste Fixierung. Der entstehende Unterdruck zwischen Kniekappe und Liner wirkt über die gesamte Stumpfoberfläche. Dadurch übernimmt das gesamte Liner Areal die Gewichtskraft der Prothese auf.

Hierdurch wird im Gegensatz zur distalen Anbindung die Belastung am Stumpfende reduziert. Der Liner wird als Bettungsliner nach individuellen Bedürfnissen in unterschiedlichen Materialien wie Silikon, TPE oder PU/-R, konfektioniert oder als individuelle Maßversorgung angeboten.

Linersysteme mit Dichtlippe

Bei diesem System wurden die Vorteile des Unterdrucks ohne die Nachteile der Kniekappe umgesetzt (z.B. Unity - Össur). Mit der individuell positionierbaren "Dichtlippe" lässt sich der Unterdruckraum justieren. Dieses System ist für folgende Anwendertypen Indiziert:

  • Mobilitätsgrad 1-4
  • Alltagsprothese
  • Stumpf mit guter Weichteilbedeckung
  • Besonders geeignet für Anwender mit muskulärem Stumpf
  • Anwender mit geringen Stumpfschwankungen

Anwender die dieses Prothesen Schaft System nutzen, betonen das angenehme Tragegefühl. Bei zu starken Volumenschwankungen oder nicht moderater Stumpfform kann diese System nicht genutzt werden, da die Dichtlippe nicht genügend abdichtet oder Druckstellen erzeugen kann.

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